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Equilibrismus
 
 
Equilibrismus — das sozioökologische Wirtschaftskonzept

Der Begriff „Equilibrismus“ kommt vom lateinischen "aequilibrium" (Gleichgewicht) und setzt sich aus "aequus" (gleich) und "libra" (Waage) zusammen.

Als „Equilibrismus“ bezeichnet man auch die scholastische Lehre von der freien Willensentscheidung, die nur bei Gleichwertigkeit der Motive gegeben ist.

Ein „Equilibrist“ schließlich ist ein Gleichgewichtskünstler.

Aus der Erkenntnis der derzeitigen Überbewertung des Ökonomischen wird eine Gleichgewichtung der Bereiche Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kultur und Recht angestrebt. Erst dann wird eine freie Entscheidung über den Einsatz von Kapital, Arbeitskraft, Boden und Energie möglich. Derzeit wird unter „ökonomischem“ Wirtschaften hauptsächlich verstanden, Kapital und alles, was Geld kostet, möglichst effizient einzusetzen – was u.a. dazu führt, dass Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt werden. Naturressourcen, die nahezu „kostenlos“ zu haben sind (wie die Atmosphäre), werden rücksichtslos verbraucht.

Ziel des Equilibrismus ist ein wörtlich genommenes „ökonomisches“ Denken, ein ernst gemeintes „Haushalten“ mit allen wertvollen Ressourcen – ökologischen wie menschlichen. Angestrebt wird die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Natur- und Kulturraum - schon allein angesichts des Bevölkerungswachstums ein schwieriges Unterfangen. Eine der Kernfragen ist, wie die materielle Basis der heute wirtschaftlich noch kaum entwickelten Länder verbessert werden kann, ohne dass gleichzeitig unser Globus überfordert wird.

Wie sollen diese Ziele erreicht werden?

Im Gegensatz zu den offiziell von Regierungsseite auf nationaler und internationaler Ebene angekündigten Reformen, die immer nur im bestehenden System punktuelle Veränderungen bewirken, setzt der Equilibrismus am System selber an. Nicht "Zurück zur Natur", aber eine Orientierung an den Regeln der Natur, vor allem an ihren Kreislaufsystemen, ist ein Kerngedanke des Equilibrismus.

Der Equilibrismus strebt eine neue Bewertung an: belohnt werden soll die gezielte Vermehrung biologischen Reichtums und nicht mehr seine Zerstörung durch ein zwanghaftes Wirtschaftswachstum und den damit verbundenen steigenden Ressourcenverbrauch.

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